Im Jahre 2005 gründete sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli der gemeinnützige Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. (VcA) mit dem Ziel, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in Entwicklungsländern langfristig zu verbessern. Die nach eigenen Angaben erste „All-Profit-Organisation der Welt“ finanziert und unterstützt Trinkwasser- und Sanitärprojekte, indem sie auf ihrer Online-Plattform zu Eigeninitiative aufruft und über verschiedenste Aktionen Spenden für ihre Projekte sammelt. So kann man beispielsweise auf Festivals seinen Becherpfand für die gute Sache spenden oder einen jungen Mann auf seiner Benefiz-Fahrt von Deutschland nach Neuseeland (mit dem Fahrrad!) mit einer Spende an VcA unterstützen. Jeder kann mitmachen und durch eigene Ideen einen Beitrag zur Finanzierung der Projekte leisten.
Es gibt weltweit zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und Hilfsprojekte. Warum soll ich mich als junger idealistischer Mensch bei Viva con Agua engagieren, statt mich direkt an eine große Organisation zu wenden?
Weil Viva con Agua ein offenes Netzwerk ist, in dem sich jeder Menschen gemäß seiner individuellen Fähigkeiten einzubringen kann – auch ohne Mitgliedsausweis und öde Vereinssitzungen. Außerdem sind die Projekte von Viva con Agua sehr konkret und greifbar – die Spenden landen nicht in großen anonymen Sammeltöpfen.
Viva con Agua ist eine Plattform für Eigeninitiative und Engagement – setzt eure Ideen für eine sozialere Welt um, wir unterstützen euch dabei!
Die Initiative „Viva con Agua” ist sicher sehr zeitaufwändig für euch, sodass man nebenher nicht noch in Vollzeit arbeiten kann. Wie profitabel darf eurer Meinung nach eine „All-Profit-Organisation“ sein? Darf man davon leben können?
Zeitaufwändig ganz bestimmt. Wir arbeiten 24/7 für Viva con Agua, deshalb sagen wir immer, wir arbeiten nicht für, sondern wir LEBEN Viva con Agua. Leben können in finanzieller Hinsicht sollte man auch – sonst wäre es 1. eben nicht „All-Profit“ und 2. würden wir dann verhungern und verdursten – das würde nicht so gut zu einer Trinkwasserinitiative passen…
Auf der Internetplattform von VcA ist zu erfahren, dass die Verwaltungskosten mit dem Verkauf von VcA-Quellwasser oder diversen T-Shirts und Pullis gedeckt werden. Sind künftig noch weitere solcher Produkte geplant?
Die Verwaltungskosten des Vereins werden nur durch einen kleinen Teil durch den Verkauf von Merch-Artikeln wie z.B. T-Shirts und Kapuzenpullover gedeckt. Durch den Wasserverkauf werden keine Kosten des Vereins übernommen – schließlich muss eine GmbH wirtschaftlich arbeiten! Der soziale Sinn und Zweck der Wasser GmbH besteht darin, dass mindestens 60% der Erlöse aus dem Verkauf des Viva con Agua Quellwassers in die Finanzierung der von Viva con Agua unterstützten Trinkwasserprojekte fließen.
Spiegel-Online veröffentlichte Ende September 2010 einen Bericht, in dem der sinkende Wasserverbrauch Deutschlands kritisch beäugt wird: Leitungssysteme werden marode, die Landwirtschaft wird vom Regen verwöhnt, Wasser aus Deutschland könne ohnehin nicht bis Spanien transportiert werden, wo es dringend gebraucht würde. Wie beurteilt ihr diesen kleinen Aufruf zu einem verschwenderischen Umgang mit Trinkwasser?
Wir interpretieren diesen Bericht nicht als Aufruf zum Wasser verschwenden, sondern als differenzierten Beitrag zur Wasserversorgungsthematik in Deutschland/Mitteleuropa. Es ist tatsächlich so: Wir haben (noch!) genügend Wasser, manchmal sogar zu viel davon (Überschwemmungen!). Deutschland ist Weltmeister im Wasser sparen – und soll es auch bleiben. Allerdings nutzt das auch nichts den Menschen in wasserarmen Regionen, denn nach Afrika transportieren können wir das gesparte Wasser natürlich nicht!
Wie wichtig sind Internet und Soziale Netzwerke für den Erfolg einer solchen Initiative wie Viva con Agua? Wären Projekte wie der Wassermarsch nach Basel vor 30 Jahren noch undenkbar gewesen?
Immens wichtig! Mit unserer Website und den Social Media Plattformen können wir eine direkte Kommunikation mit unserer primären Zielgruppe, also Schüler/Studenten und junge bzw. junggebliebene Erwachsene pflegen. Diese Tools sind also unverzichtbar für eine junge, moderne und auch unkonventionelle Initiative wie Viva con Agua! Der Wassermarsch hätte natürlich auch vor 30 Jahren funktioniert, hätte aber längst nicht die Aufmerksamkeit von Medien und vielen engagierten Menschen erhalten, wie er es verdient und letztendlich auch bekommen hatte.
Interview mit der Trinkwasserinitiative “Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.”
Weil Viva con Agua ein offenes Netzwerk ist, in dem sich jeder Menschen gemäß seiner individuellen Fähigkeiten einzubringen kann – auch ohne Mitgliedsausweis und öde Vereinssitzungen. Außerdem sind die Projekte von Viva con Agua sehr konkret und greifbar – die Spenden landen nicht in großen anonymen Sammeltöpfen.
Viva con Agua ist eine Plattform für Eigeninitiative und Engagement – setzt eure Ideen für eine sozialere Welt um, wir unterstützen euch dabei!
Zeitaufwändig ganz bestimmt. Wir arbeiten 24/7 für Viva con Agua, deshalb sagen wir immer, wir arbeiten nicht für, sondern wir LEBEN Viva con Agua. Leben können in finanzieller Hinsicht sollte man auch – sonst wäre es 1. eben nicht „All-Profit“ und 2. würden wir dann verhungern und verdursten – das würde nicht so gut zu einer Trinkwasserinitiative passen…
Die Verwaltungskosten des Vereins werden nur durch einen kleinen Teil durch den Verkauf von Merch-Artikeln wie z.B. T-Shirts und Kapuzenpullover gedeckt. Durch den Wasserverkauf werden keine Kosten des Vereins übernommen – schließlich muss eine GmbH wirtschaftlich arbeiten! Der soziale Sinn und Zweck der Wasser GmbH besteht darin, dass mindestens 60% der Erlöse aus dem Verkauf des Viva con Agua Quellwassers in die Finanzierung der von Viva con Agua unterstützten Trinkwasserprojekte fließen.
Wir interpretieren diesen Bericht nicht als Aufruf zum Wasser verschwenden, sondern als differenzierten Beitrag zur Wasserversorgungsthematik in Deutschland/Mitteleuropa. Es ist tatsächlich so: Wir haben (noch!) genügend Wasser, manchmal sogar zu viel davon (Überschwemmungen!). Deutschland ist Weltmeister im Wasser sparen – und soll es auch bleiben. Allerdings nutzt das auch nichts den Menschen in wasserarmen Regionen, denn nach Afrika transportieren können wir das gesparte Wasser natürlich nicht!
Immens wichtig! Mit unserer Website und den Social Media Plattformen können wir eine direkte Kommunikation mit unserer primären Zielgruppe, also Schüler/Studenten und junge bzw. junggebliebene Erwachsene pflegen. Diese Tools sind also unverzichtbar für eine junge, moderne und auch unkonventionelle Initiative wie Viva con Agua! Der Wassermarsch hätte natürlich auch vor 30 Jahren funktioniert, hätte aber längst nicht die Aufmerksamkeit von Medien und vielen engagierten Menschen erhalten, wie er es verdient und letztendlich auch bekommen hatte.