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	<title>Social Business Germany</title>
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	<description>Soziales Unternehmertum in Deutschland</description>
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		<title>&#8220;LemonAid&#8221; aus St. Pauli stehen Rede und Antwort</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 17:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Entrepreneurs]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[LemonAid]]></category>
		<category><![CDATA[Limonade]]></category>
		<category><![CDATA[Paraguay]]></category>
		<category><![CDATA[Social Entrepreneurship]]></category>
		<category><![CDATA[St. Pauli]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer K&#252;che im Karolinienviertel des Hamburger Stadtteils St. Pauli fing alles an: Wieder und wieder wurden Limetten ausgepresst und Rohrzucker gestampft, mit Mineralwasser und Minze vermischt, bis das Rezept f&#252;r die LemonAid-Limonade stand. Mit fair gehandeltem Limonensaft aus Brasilien und Rohrzucker aus Paraguay versuchen die Gr&#252;nder f&#252;r gerechte Arbeitsbedingungen bei den s&#252;damerikanischen Bauern zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/12/lemonaid.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-59" title="lemonaid" src="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/12/lemonaid-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a>In einer K&uuml;che im Karolinienviertel des Hamburger Stadtteils St. Pauli fing alles an: Wieder und wieder wurden Limetten ausgepresst und Rohrzucker gestampft, mit Mineralwasser und Minze vermischt, bis das Rezept f&uuml;r die <a href="http://www.lemonaid.de/">LemonAid-Limonade</a> stand. Mit fair gehandeltem Limonensaft aus Brasilien und Rohrzucker aus Paraguay versuchen die Gr&uuml;nder f&uuml;r gerechte Arbeitsbedingungen bei den s&uuml;damerikanischen Bauern zu sorgen und unterst&uuml;tzen soziale Projekte wie den Aufbau einer Computerschule f&uuml;r Kinder oder die Einrichtung einer Zahnarztpraxis.</p>
<ul>
<li><strong>Ihr seid bisher das zweite von uns befragte  soziale Unternehmen aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli (neben <em><a href="http://www.vivaconagua.org/">Viva con Agua</a></em>). Ist St. Pauli die neue deutsche Keimzelle f&uuml;r  die Entstehung von <em>social business</em>?</strong></li>
</ul>
<p>Ich glaube nicht. Sicher  tummeln sich auf St. Pauli einige Personen mit anderen Ans&auml;tzen- sozialen Ideen.  Aber als Keimzelle w&uuml;rde ich es nicht bezeichnen. Aus Berlin als Beispiel kommen  nicht weniger gute Ans&auml;tze.</p>
<ul>
<li><strong>Auf Eurer Webseite ist relativ wenig zum  Verkauf der Limonade angegeben. Wo und wie ist sie denn zu welchem Preis  erh&auml;ltlich? Kommt f&uuml;r Euch ein Vertrieb in Super- oder Getr&auml;nkem&auml;rkten in  Frage?</strong></li>
</ul>
<p>Wir haben als Ansatz:  Dort verkauft zu werden, wo wir uns selbst gerne aufhalten. Die auf unserer  Startseite aufgef&uuml;hrten L&auml;den (google maps link)  sind alles Konzepte, die unseren Ansatz verstehen und auch gerne weitertragen.  Es gibt unser Produkt zwar in einzelnen ausgew&auml;hlten, familiengef&uuml;hrten  Superm&auml;rkten in Hamburg. In allen anderen St&auml;dten allerdings nur in Biol&auml;den und  der Gastronomie. Generell wollen wir uns nicht dem Druck grosser Ketten  aussetzen- und uns Preise diktieren lassen. Solche Zusammenarbeit sollte man  erst gehen, wenn man selbst nicht in Abh&auml;ngigkeiten von Grosskunden geraten  kann.</p>
<p>Preislich liegen  wir etwas &uuml;ber den anderen Limonaden. Der Grund: Bei uns wird nur Frischsaft und  richtiger Blatt Tee benutz. Zus&auml;tzlich finanzieren wir mit jeder verkauften  Flasche Projekte in Brasilien, Paraguay, Sri Lanka, S&uuml;dafrika und Indien. Damit  sind wir bisher die einzigen in Deutschland.</p>
<ul>
<li><strong>Habt Ihr eine besondere Strategie verfolgt,  um Euer Produkt bekannt zu machen? Soll hei&szlig;en: Wie bringt man beispielsweise  Leute aus ganz Deutschland oder &Uuml;bersee dazu, Eure Limonade trinken zu  wollen?</strong></li>
</ul>
<p>Wir hatten keine  Strategie. Mit einem ernst gemeinten sozialen Ansatz muss man niemanden lange  &uuml;berreden, denke ich.  Die meisten  Menschen aus unserem Umfeld finden den Ansatz gut &#8211; ohne irgendwelche taktischen  Man&ouml;ver der &Uuml;berzeugung. Es war sicher  hilfreich, dass wir uns neben dem gemeinn&uuml;tzigen Konzept auch &uuml;ber Design und  Platzierung Gedanken gemacht haben. Aber eine  wirklich strategische Vorgehensweise gab es nicht &#8211; Zum Gl&uuml;ck spricht es sich  einfach herum.</p>
<ul>
<li><strong>Auf Eurer Facebook-Pr&auml;senz steht unter  Unternehmens&uuml;bersicht „Hersteller von Fairtrade-Softdrinks“. Sind neben der  bisher einzigen Sorte noch weitere Geschmacksrichtungen geplant?</strong></li>
</ul>
<p>Auf der Seite steht  es, weil wir ja auch noch ChariTea anbieten. Einen Fairtrade Bio Eistee ohne  Zucker. mit den 3 Tees sind es somit heute schon 4 Sorten. Es ist aber auch  weiteres in Planung. LemonAid wird Begleitung bekommen: aber  psssssst.</p>
<ul>
<li><strong>Welches Metier hat Euch den vorher Eure  „Br&ouml;tchen auf den Tisch gebracht“? Und was war eure Motivation, mit LemonAid ein  Social Business zu starten?</strong></li>
</ul>
<p>Ich selbst (Paul) habe ja in  Sri Lakna gelebt und bin dort zur Schule gegangen. Im Anschluss habe ich dann  auch kurz f&uuml;r die GTZ &#8211; also die Deutsche Entwicklungshilfe in Sri Lanka  gearbeitet. Das war eine  interessante Zeit &#8211; jedoch habe ich mich auch schnell an vielen Ecken gestossen.  Die grossen Organisationen wie die GTZ, die UN oder das Britische DFID sind dazu  angehalten das zu Verf&uuml;gung gestellte Geld (Steuergelder) schnell auszugeben &#8211;  damit in Deutschland und anderswo alle Klatschen k&ouml;nnen und sagen: Guckt mal was  wir an Entwicklungshilfe leisten. Leider bedeutet dieser &#8220;Mittelabflussdruck&#8221;  (interner Term der Organisationen), dass Geld oft ausgegeben wird ohne einen  wirklichen Effekt zu erzielen &#8211; eben nur damit es abfliesst. Deshalb fliegen die  GTZ ler eben Business Class und die UN Mitarbeiter auch. Deshalb fahren alle  dicke Jeeps und treffen sich im Hilton Hotel: Um Geld loszuwerden. Die  Kombination aus &#8220;wir lesiten Entwicklungshilfe &#8211; verhalten uns aber wie   Botschafter und k&ouml;nnen auch nicht darlegen welchen Effekt unsere Arbeit  eigentlich mit sich gebracht hat fand ich abstossend.</p>
<p>Mein Ansatz war: Das  Geld f&uuml;r soziale Projekte m&uuml;sste man selbst verdienen. So ist sofort  gew&auml;hrleistet, dass auch darauf geachtet wird, was mit jedem Cent passiert &#8211;  weil man sich das Geld eben erarbeitet hat. Auf diese Weise passiert letztlich  mit wenig Geld im Zweifel mehr als mit Steuermillionen die einfach nur der  Statistik und dem guten Gewissen gelten. Dieser Gedankengang hat mich auf die  Idee gebracht ein Produkt auf den Markt zu bringen, das direkt &#8211; mit jedem  Verkauf &#8211; Geld beiseite legt um soziale Projekte zu f&ouml;rdern. Das ist der  Hintergrund. Mittlerweile gibt es ja bereits einige andere Getr&auml;nke, die  &auml;hnliche Ziele verfolgen &#8211; leider jedoch noch keins, das wirklich mit jeder  Flasche spendet. Damit sind wir bis heute die einzigen geblieben.</p>
<p>Jakob &#8211; kannte ich aus  meiner Schulzeit in Hamburg. Er ist ein alter Freund von dem ich wusste, dass er  gut war in dem was er so machte. Darum habe ich zu Schulzeiten auch immer bei  ihm abgeschrieben. Als ich bei der GTZ raus wollte hatte ich etwas Bange den  Schritt allein zu gehen. Und neben dem groben Ansatz stand einfach noch nichts.  Ich hatte einfach keine Ahnung wie ich soetwas aufziehen sollte. Ich wusste,  dass Jakob auch keine Lust mehr auf sein Werbeagentur Leben hatte. Er hat damals  f&uuml;r eine grosse Agentur gearbeitet. Als ich ihm von der Idee erz&auml;hlte hat er  sofort seinen Job gek&uuml;ndigt und mir Bescheid gegeben. Damit wurde es pl&ouml;tzlich  ernst. Ich habe dann nachgezogen. Im Februar 2009 ging es dann offiziell los. In  Jakobs K&uuml;che im Hamburger Karoviertel. Dort fing es an.</p>
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		<title>Interview mit der Trinkwasserinitiative “Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.”</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 18:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Entrepreneurs]]></category>
		<category><![CDATA[All-Profit-Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Entrepreneurship]]></category>
		<category><![CDATA[Viva con Agua]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahre 2005 gr&#252;ndete sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli der gemeinn&#252;tzige Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. (VcA) mit dem Ziel, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in Entwicklungsl&#228;ndern langfristig zu verbessern. Die nach eigenen Angaben erste „All-Profit-Organisation der Welt“ finanziert und unterst&#252;tzt Trinkwasser- und Sanit&#228;rprojekte, indem sie auf ihrer Online-Plattform zu Eigeninitiative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/11/logovca.gif"><img class="size-full wp-image-44 alignleft" title="logovca" src="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/11/logovca.gif" alt="" width="223" height="114" /></a>Im Jahre 2005 gr&uuml;ndete sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli der gemeinn&uuml;tzige Verein <a href="http://www.vivaconagua.org/">Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. (VcA) </a>mit dem Ziel, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in Entwicklungsl&auml;ndern langfristig zu verbessern. Die nach eigenen Angaben erste „All-Profit-Organisation der Welt“ finanziert und unterst&uuml;tzt Trinkwasser- und Sanit&auml;rprojekte, indem sie auf ihrer Online-Plattform zu Eigeninitiative aufruft und &uuml;ber verschiedenste Aktionen Spenden f&uuml;r ihre Projekte sammelt. So kann man beispielsweise auf Festivals seinen Becherpfand f&uuml;r die gute Sache spenden oder einen jungen Mann auf seiner Benefiz-Fahrt von Deutschland nach Neuseeland (mit dem Fahrrad!) mit einer Spende an VcA unterst&uuml;tzen. Jeder kann mitmachen und durch eigene Ideen einen Beitrag zur Finanzierung der Projekte leisten.</p>
<ul>
<li><strong>Es gibt weltweit zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und Hilfsprojekte. Warum soll ich mich als junger idealistischer Mensch bei Viva con Agua engagieren, statt mich direkt an eine gro&szlig;e Organisation zu wenden?</strong></li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p>Weil Viva con Agua ein offenes Netzwerk ist, in dem sich jeder Menschen gem&auml;&szlig; seiner individuellen F&auml;higkeiten einzubringen kann – auch ohne Mitgliedsausweis und &ouml;de Vereinssitzungen. Au&szlig;erdem sind die Projekte von Viva con Agua sehr konkret und greifbar – die Spenden landen nicht in gro&szlig;en anonymen Sammelt&ouml;pfen.</p>
<p>Viva con Agua ist eine Plattform f&uuml;r Eigeninitiative und Engagement – setzt eure Ideen f&uuml;r eine sozialere Welt um, wir unterst&uuml;tzen euch dabei!</p>
<ul>
<li><strong>Die Initiative „Viva con Agua” ist sicher sehr zeitaufw&auml;ndig f&uuml;r euch, sodass man nebenher nicht noch in Vollzeit arbeiten kann. Wie profitabel darf  eurer Meinung nach eine „All-Profit-Organisation“ sein? Darf man davon leben k&ouml;nnen? </strong></li>
</ul>
<p>Zeitaufw&auml;ndig ganz bestimmt. Wir arbeiten 24/7 f&uuml;r Viva con Agua, deshalb sagen wir immer, wir arbeiten nicht f&uuml;r, sondern wir LEBEN Viva con Agua. Leben k&ouml;nnen in finanzieller Hinsicht sollte man auch – sonst w&auml;re es 1. eben nicht „All-Profit“ und 2. w&uuml;rden wir dann verhungern und verdursten – das w&uuml;rde nicht so gut zu einer Trinkwasserinitiative passen&#8230;</p>
<ul>
<li><strong>Auf der Internetplattform von VcA ist zu erfahren, dass die Verwaltungskosten mit dem Verkauf von VcA-Quellwasser oder diversen T-Shirts und Pullis gedeckt werden. Sind k&uuml;nftig noch weitere solcher Produkte geplant?</strong></li>
</ul>
<p>Die Verwaltungskosten des Vereins werden nur durch einen kleinen Teil durch den Verkauf von Merch-Artikeln wie z.B. T-Shirts und Kapuzenpullover gedeckt. Durch den Wasserverkauf werden keine Kosten des Vereins &uuml;bernommen &#8211; schlie&szlig;lich muss eine GmbH wirtschaftlich arbeiten! Der soziale Sinn und Zweck der Wasser GmbH besteht darin, dass mindestens 60% der Erl&ouml;se aus dem Verkauf des Viva con Agua Quellwassers in die Finanzierung der von Viva con Agua unterst&uuml;tzten Trinkwasserprojekte flie&szlig;en.</p>
<ul>
<li><strong>Spiegel-Online ver&ouml;ffentlichte Ende September 2010 einen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73989792.html">Bericht, in dem der sinkende Wasserverbrauch Deutschlands kritisch be&auml;ugt wird</a>: Leitungssysteme werden marode, die Landwirtschaft wird vom Regen verw&ouml;hnt, Wasser aus Deutschland k&ouml;nne ohnehin nicht bis Spanien transportiert werden, wo es dringend gebraucht w&uuml;rde. Wie beurteilt ihr diesen kleinen Aufruf zu einem verschwenderischen Umgang mit Trinkwasser?</strong></li>
</ul>
<p>Wir interpretieren diesen Bericht nicht als Aufruf zum Wasser verschwenden, sondern als differenzierten Beitrag zur Wasserversorgungsthematik in Deutschland/Mitteleuropa. Es ist tats&auml;chlich so: Wir haben (noch!) gen&uuml;gend Wasser, manchmal sogar zu viel davon (&Uuml;berschwemmungen!). Deutschland ist Weltmeister im Wasser sparen – und soll es auch bleiben. Allerdings nutzt  das auch nichts den Menschen in wasserarmen Regionen, denn nach Afrika transportieren k&ouml;nnen wir das gesparte Wasser nat&uuml;rlich nicht!</p>
<ul>
<li><strong>Wie wichtig sind Internet und Soziale Netzwerke f&uuml;r den Erfolg einer solchen Initiative wie Viva con Agua? W&auml;ren Projekte wie der Wassermarsch nach Basel vor 30 Jahren noch undenkbar gewesen? </strong></li>
</ul>
<p>Immens wichtig! Mit unserer Website und den Social Media Plattformen k&ouml;nnen wir eine direkte Kommunikation mit unserer prim&auml;ren Zielgruppe, also Sch&uuml;ler/Studenten und junge bzw. junggebliebene Erwachsene pflegen. Diese Tools sind also unverzichtbar f&uuml;r eine junge, moderne und auch unkonventionelle Initiative wie Viva con Agua! Der Wassermarsch h&auml;tte nat&uuml;rlich auch vor 30 Jahren funktioniert, h&auml;tte aber l&auml;ngst nicht die Aufmerksamkeit von Medien und vielen engagierten Menschen erhalten, wie er es verdient und letztendlich auch bekommen hatte.</p>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit “Coffee Circle” aus Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 00:10:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Entrepreneurs]]></category>
		<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Circle Products]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Social Entrepreneurship]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meinem Blog werde ich in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden Unternehmen aus dem „Social Entrepreneurship“-Bereich vorstellen. Das erste Interview mit solch einem „sozialen“ Unternehmen f&#252;hrte ich mit drei jungen M&#228;nnern aus Berlin, die ihren sicheren Job bei der Roland Berger Unternehmensberatung aufgaben, um eine Idee wahr werden zu lassen: Aufbauhilfe in &#196;thiopien leisten durch direkten Verkauf &#228;thiopischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_29" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/10/4952083481_dd5d24391b.jpg"><img class="size-medium wp-image-29" title="4952083481_dd5d24391b" src="http://www.social-business-germany.de/wp-content/uploads/2010/10/4952083481_dd5d24391b-300x261.jpg" alt="" width="300" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Logo von &quot;Coffee Circle&quot;</p></div>
<p>Auf meinem Blog werde ich in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden Unternehmen aus dem „Social Entrepreneurship“-Bereich vorstellen. Das erste Interview mit solch einem „sozialen“ Unternehmen f&uuml;hrte ich mit drei jungen M&auml;nnern aus Berlin, die ihren sicheren Job bei der Roland Berger Unternehmensberatung aufgaben, um eine Idee wahr werden zu lassen: Aufbauhilfe in &Auml;thiopien leisten durch direkten Verkauf &auml;thiopischen Gourmet-Kaffees. Zu diesem Zweck gr&uuml;ndeten sie im Februar 2010 die Firma <a href="http://www.coffeecircle.com">Coffee Circle</a> in Berlin, um den &auml;thiopischen Kaffeebauern ihren Gourmet-Kaffee abzukaufen, ihn im Internet zu vertreiben und mit dem Geld in dem afrikanischen Land Entwicklungsprojekte im Umfeld der Kaffeebauern finanziell zu unterst&uuml;tzen. Ihren Kunden m&ouml;chten sie damit die M&ouml;glichkeit geben, mit dem Kauf eines ihrer Produkte die Welt jeden Tag ein St&uuml;ck besser machen zu k&ouml;nnen.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Wo trinkt Ihr denn Euren Kaffee am liebsten?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Wir trinken unseren Kaffee am liebsten in unserem B&uuml;ro. Denn noch kennen wir kein Berliner Café, in dem man aromatischen, sortenreinen Kaffee z.B. in der French Press kredenzt bekommt. Und damit meinen wir keine Milchmischgetr&auml;nke auf Espresso-Basis. Das klingt vielleicht etwas esoterisch, aber wir sind zuversichtlich, dass wir vielen Mitb&uuml;rgern die Augen &ouml;ffnen werden: So gut kann Kaffee schmecken!</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Fairer Handel hat sich schon seit L&auml;ngerem in den verschiedensten Bereichen der M&auml;rkte als Alternative durchgesetzt. Was unterscheidet Euch von den herk&ouml;mmlichen „Fairtrade“-Kaffees?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Der Geschmack und auch die weit h&ouml;here Unterst&uuml;tzung der Kaffeebauern. Das Fairtrade-System hat trotz seiner immensen Bedeutung f&uuml;r die Erreichung humanit&auml;rer Ziele einen gro&szlig;en Nachteil: Fairtrade bedeutet nicht automatisch gute Qualit&auml;t. Oft finden wir Fairtrade-Kaffees, die nicht unseren Qualit&auml;tsanspr&uuml;chen gen&uuml;gen. Das kommt daher, dass Bauern ihre hochwertigsten Kaffees am freien Markt zu einem vielfachen des Weltmarktpreises verkaufen. Was &uuml;brig bleibt, findet zu garantierten Mindestpreisen seinen Weg in das Fairtrade-Kaffeeangebot. Eine gute Quelle f&uuml;r weitere St&auml;rken und Schw&auml;chen des Fairtrade-Systems ist der 2006 erschienene Artikel <a href="http://reason.com/archives/2006/03/01/absolution-in-your-cup/">“Absolution in Your Cup”</a>.<br />
Wir hingegen kaufen nur Kaffees, die bei den Verkostungen (dem so genannten Cupping) Spitzenpl&auml;tze erreichen. F&uuml;r diese bezahlen wir ein Vielfaches des Kaffeeweltmarktpreises. Neben Spitzenpreisen flie&szlig;t f&uuml;r unsere Projekte ca. f&uuml;nf Mal so viel Geld zur&uuml;ck wie beim Kauf der gleichen Menge Fairtrade-zertifizierten Kaffees. Deswegen k&ouml;nnen wir auch getrost von einem neuen Handelskonzept sprechen.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Wie wird sich das Konzept, mit dem Kauf eines Produktes gleichzeitig etwas Gutes zu bezwecken, k&uuml;nftig auf dem Markt entwickeln?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Die Verbreitung wird zunehmen, aber nur die wenigsten werden unserem Beispiel folgen. Globalisierung und Informationstechnologie machen es zunehmend einfacher, internationale Wertsch&ouml;pfungsketten kosteneffizient und transparent zu betreiben. In den meisten L&auml;ndern der so genannten westlichen Welt ist es den Verbrauchern sehr wichtig, zu erfahren, wo und wie ihre Produkte hergestellt und verarbeitet wurden. Fairtrade und insbesondere Kaffee sind Vorreiter beim demokratischen Konsum: Ich kaufe so, dass es meiner Lebenseinstellung entspricht. Dies f&uuml;hrt zu einem gr&ouml;&szlig;eren Angebot und damit zu einer (geringen) Weltver&auml;nderung. Entsprechende Angebote werden also zunehmen und auch &uuml;ber Genu&szlig;mittel und Fu&szlig;b&auml;lle hinaus Verbreitung finden.<br />
Auf der anderen Seite nehmen es die meisten Anbieter nicht sehr genau mit der Transparenz. Das hat unl&auml;ngst eine <a href="http://www.zeit.de/lebensart/mode/2010-07/produktionsbedingungen-mode-test">Untersuchung der Stiftung Warentest im Bereich Bio-Baumwoll-Textilien</a> schmerzhaft herausgestellt. Man bedient sich der Siegel und schwingt gro&szlig;e Marketingbanner ohne die Dinge auch gr&uuml;ndlich und konsequent zu betreiben.<br />
Wir hoffen, dass wir mit unserem Beispiel des <a href="http://www.coffeecircle.de/vision/">transparenten Kaffee-Kreislaufs</a> Schule machen werden und dass uns andere Unternehmen nachfolgen.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Wie profitabel darf ein Unternehmen mit einem solchen Konzept werden, dass es noch als glaubw&uuml;rdig gesehen wird?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Das ist eine gute Frage. Jedes privatwirtschaftliche Unternehmen sollte einen Gewinn erwirtschaften. Abh&auml;ngig von den angebotenen Produkten sollte dieser jedoch im Rahmen bleiben. Dabei beziehen wir uns explizit mit ein, den wir sind nicht nur ein soziales Unternehmen, sondern bieten auch Lebensmittel an. Wenn unsere Gewinne zu hoch w&auml;ren (eine f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre sehr, sehr hypothetische Annahme) sollten wir die Preise senken und die Gewinne sinnvoll re-investieren. Wir werden viele Monate brauchen, um Gewinne zu machen. Wenn dem so ist, planen wir, unsere Idee weiter zu verbreiten: Weitere L&auml;nder, weitere Produkte und unter’m Strich mehr Projekte in den Herkunftsl&auml;ndern.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Wie wichtig sind Eurer Meinung nach das Internet bzw. die sozialen Netzwerke f&uuml;r den Erfolg eures Konzepts?</strong></li>
</ul>
<p>CP: F&uuml;r uns als kleines Unternehmen mit begrenzten Mitteln sind beide &uuml;berlebenswichtig. Wir k&ouml;nnten weder traditionelle Werbung noch die Platzierung in den Regalen des Lebensmittelhandels finanzieren. Aber das sehen wir als Vorteil. Erstens haben wir so den direkten Draht zu unseren Kunden. Diese versorgen uns mit ungefilterten, zahlreichen Kundenmeinungen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen wir die Kosten gering halten, da wir keine Ladenmiete mitfinanzieren m&uuml;ssen. Und zweitens macht Not erfinderisch. Wir m&uuml;ssen uns schon sehr genau &uuml;berlegen, wie wir unsere Idee auf kreative Weise bekannt machen k&ouml;nnen.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Inwiefern helft Ihr mit Eurem Kaffeevertrieb den Menschen in &Auml;thiopien?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Wir spenden pro kg verkauften Kaffee 1 Euro f&uuml;r unsere eigenen Entwicklungsprojekte in &Auml;thiopien. Wir waren mehrmals und &uuml;ber Wochen im Land unterwegs und haben uns die Kooperativen und Gemeinden, mit denen wir langfristig zusammenarbeiten wollen, sorgf&auml;ltig ausgesucht. Unsere Projekte sind dem Bedarf vor Ort angepasst und wurden mit den Dorfr&auml;ten zusammen definiert. Unsere Kunden k&ouml;nnen also mit jedem Schluck Kaffee dazu beitragen, dass es den Kaffeeproduzenten besser geht. Au&szlig;erdem gehen wir mit den Kaffeebauern langfristige Verbindungen ein. Auf diese Weise k&ouml;nnen sie planen und erfahren, dass sich der aufwendige Anbau lohnt. Mit der R&uuml;ckf&uuml;hrung durch Projekte und den langfristigen Beziehungen k&ouml;nnen wir den Menschen den Stolz auf ihren Kaffee verschaffen, den sie zurecht haben sollten. Denn viel zu oft haben wir die Aussage geh&ouml;rt: “Ja, wir wissen, dass wir den weltbesten Kaffee anbauen. Aber das ist uns egal, denn f&uuml;r uns &auml;ndert sich nichts.“</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: Was ist es f&uuml;r ein Gef&uuml;hl, von Armut betroffenen Menschen direkt helfen zu k&ouml;nnen?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Ohne Globalisierung und Internet k&ouml;nnten wir unsere Idee nicht alleine und mit so begrenzten Mitteln umsetzen. Uns begeistert vor allem, dass wir nicht spenden, sondern lediglich transparent und fair handeln. Unseren Kaffeebauern wird es durch unsere Projekte langfristig immer besser gehen: Stabiles Einkommen, bessere Ausbildung bei Anbau, Ernte und Verarbeitung und schlie&szlig;lich eine immer bessere Grundversorgung in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Wir haben das Gef&uuml;hl, die Dinge richtig zu machen!</p>
<ul>
<li><strong>SBG: Kennt Ihr noch andere Unternehmen, die nach dem gleichen uneigenn&uuml;tzigen Konzept vorgehen bzw. hattet Ihr ein konkretes Vorbild?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Nein, das haben und hatten wir nicht. Die Idee kam uns vor Ort, als wir bei der Er&ouml;ffnung der <a href="http://www.project-e.eu/">Project-E-Schule</a> mit anpackten.</p>
<ul>
<li><strong>SBG</strong><strong>: </strong><strong>Welche Motive haben die Menschen, die Eure Produkte k&uuml;nftig kaufen werden?</strong></li>
</ul>
<p>CP: Wir rechnen mit zwei Arten von Kunden. F&uuml;r die einen steht der Geschmack und die Qualit&auml;t unseres Kaffees eindeutig im Vordergrund. Die Entwicklungsprojekte sind f&uuml;r sie nett, aber nachrangig. Die zweite Gruppe ist gezeichnet von den bitteren, “typischen” Kaffee-Geschm&auml;ckern, die es in deutschen Superm&auml;rkten zu kaufen gibt: Kaffee bedeutet f&uuml;r sie Filterpl&ouml;rre, die mit Milch und Zucker trinkbar gemacht werden muss. Diese Gruppe begeistert der unerwartet gute Kaffeegeschmack und au&szlig;erdem unsere Idee und die sorgf&auml;ltige Umsetzung.</p>
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